Der ganz normale Wahnsinn!
Auch wenn die “Weltliteratur des Projektmanagements” es nun wirklich in allen Farben und Formen bereits beschrieben hat und es auch unter neuen Projektmanagern bekannt ist, findet der ganz normale Wahnsinn des Projektmanagements immer wieder statt. Und so langsam frage ich micht wirklich warum?
Es sollte sich so langsam durchsetzen, dass Literatur wie PRINCE2 nicht einfach zum Spass geschrieben wurde. Nein - es könnte gar eine gute Anregung sein, nach dieser Methodik zu verfahren und eine ernstzunehmende Alternative zum bisherigen Projektvorgehen darstellen,..
ABER NEIN! Noch immer scheitern Projekte an handwerklichen Fehlern des Projektmanagements. Und damit will ich nicht sagen, dass Projekt nicht scheitern dĂĽrfen. NatĂĽrlich scheitern Projekte! Alleine schon weil in der Entwicklung der Produkte ungeahnte Schwierigkeiten auftauchen können oder sich die “politsche Windrichtung” im Unternehmen ändert. Aber Projekte dĂĽrfen und mĂĽssen nicht scheitern wegen schlechtem “Projekthandwerk”. Handwerklich schlechtes Vorgehen - also schlechtes Projektmanagement - muss es heute nicht mehr geben. Projekte, die aufgrund handwerklicher Fehler scheitern, scheitern an Unwissen oder Besserwissen - was in diesem Fall das gleiche bedeutet. Und das muss nicht sein.
Sie fragen sich, wovon ich rede? Ganz einfach: Hier ein paar Erlebnisse aus meinem Projektalltag…
1. In einem Pflichtenheft, welches ich vor kurzem in einem groĂźen Projekt las - es ging um die Migration von Notes auf Exchange - fand sich folgende Formulierung unter dem Stichpunkt Qualitätskriterien: “Die Anwendung soll wie gewohnt zur VerfĂĽgung stehen!”
2. Nach einer Eskalation aufgrund drohender ToleranzĂĽberschreitung antwortete der Vorsitzende des Lenkungsausschusses dem Projektmanager mit dem Statement: “Jetzt zeigen Sie uns erst einmal auf, was sie persönlich dafĂĽr unternommen haben, dass das, was jetzt passiert ist, nicht passiert!”
3. In einem großen Projekt zwischen einem IT-Dienstleister und einer Bank wurden einfach keine Abnahmekriteren für das Endprodukt vereinbart. Der IT-Dienstleister versucht nun - inzwischen 2 Jahre über den Liefertermin und einem Business Case der sich schon lange nicht mehr rechnet - krampfhaft die Erwartungen - wohlgemerkt Erwartungen! -des Kunden zu erfüllen!
4. Das es Projekte ohne Business Case gibt, mag der ein oder andere schon erlebt haben. Aber das geht deutlich skuriler: Vor kurzem hatte ich das Glück beratend ein Projekt zu erleben, wo ein Business Case existierte, dieser aber vor dem Projektmanager geheim gehalten wurde!!! Sehr beachtlich, oder?
 Und jetzt frage ich Sie: Muss das so sein? Nein - nicht wirklich!
Das einzige, was mich hoffen lässt, ist, dass PRINCE2 auf alle diese Dinge eine Antwort kennt!
Sollten Sie ebenfalls bereits Bekanntschaft mit dem ganz normalen Wahnsinn gemacht haben, freue ich mich ĂĽber Ihre Geschichten….
 Bis dahin…
PS: Abhilfe gibt es ĂĽbrigens unter www.prince2.de




